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Geschichte von Reute

Vermutlich in die Zeit etwa 400 n. Chr. fällt die Gründung des Dorfes Reute. Dies beweisen Waffenfunde aus einem auf dem Klosterberg gelegenen alemannischen Reihengräberfriedhof. Nach dem „Weißenburger Codex“ von 1280, hat sich um 350 eine aus sechs Familien bestehende Sippe entlang des Durlesbaches in unmittelbarer Nähe der Quellen im Brunnenmoos und dem heutigen Spirrisweiher niedergelassen. Der Sippenälteste, ein freier Bauer Luitbrath, der der Siedlung den Namen Luitbrathsruite verlieh, erstellte auf dem Platz des jetzigen Gasthauses zur „Sonne“ sein Holzhaus. Luitbrath ist der Gründer des Ortes Reute. Sein Anwesen mit dem größten Grundbesitz in unmittelbarer Nähe des Hofes wurde 1260 in einer Urkunde für das Kloster Paradies (am Rhein bei Diessenhofen) als „Meierhof“ erwähnt.

Reute um 1940Das Dorf Reute entwickelte sich allerdings erst etwa um 800 nach Christus. Die erste Pfarr- und Taufkirche wurde 801 erbaut. Daraufhin verlegten die Familien ihre verstreuten Höfe näher zur Kirche und zogen um das neu entstandene Urdorf einen Schutzzaun. In der Folgezeit bildeten sich kleinere Tochtersiedlungen. So dürften die heutigen Weiler Magenhaus, Heurenbach und Möllenbronn entstanden sein.

1803 wurde der Flurzwang aufgehoben. Daraufhin brachen einige Bauern ihre Höfe innerhalb des Dorfes ab und siedelten aus. Es entstanden die Einzelhöfe Eib, Waldacker, Späten, Scheuerlen und Erlen.

1849 wurde die Bahnlinie Ulm-Friedrichshafen gebaut. Bei der Einmündung des Durlesbachs in die Schussen entstand der Bahnhof Durlesbach.

Häufig änderten sich die Besitzverhältnisse. Der Dorfgründer Luitbrath eignete sich später das Bann- und Fronrecht an. Aus dem freien Bauern wurde nach dem „Weißenburger Codex“ ein Meier, ein Vogt und schließlich ein „Ritter von Rüthi“. Von seinem Namen ist der Ortsname Reute abgeleitet. Doch um 1200 starb dieses Rittergeschlecht aus. Reute ging zunächst an den Ritter von Homburg (bei Stockach). Kurze Zeit später wurde der Ort aufgeteilt: Das Kloster Weingarten erwarb den Klosterberg in Reute und gründete ein Beguinenkoster. Das Kloster Weißenau kam in den Besitz des Pfarrhofs und der ritterliche Besitz ging an das Kloster Paradies. 1329 gelangten der Pfarrhof und zwei weitere Höfe ebenfalls in den Besitz des Klosters Paradies. Noch im selben Jahr gelangte der gesamte kirchliche Besitz samt Kloster in den Besitz des Augustiner Chorherrenstift St. Peter in Waldsee, von dort an Truchseß von Waldburg-Waldsee. In Folge wirtschaftlicher Schwierigkeiten gingen sie jedoch Zug um Zug wieder an die Chorherren zurück.
 
Reute um 19781580 wurde Reute zu einem selbstständigen vorderösterreichischen Verwaltungsbezirk erhoben. Nach der Aufhebung des Chorherrenstifts im Jahr 1788 ging der gesamte Besitz Reute an den Fürst Waldburg-Wolfegg-Waldsee. 1806 wurde mit der Loslösung Oberschwabens von Österreich Reute württembergisch. 1849 wurde Reute schließlich unmittelbar dem Staat unterstellt und kam mit der Auflösung des Oberamts Waldsee 1938 zum Kreis Ravensburg.

Die politische Gemeinde Reute bestand von 1849 bis 1971. Am 01.12.1971 gab die Gemeinde ihre Selbstständigkeit auf und wurde zu Bad Waldsee eingemeindet.
 
2014 schloss sich Reute mit dem Nachbarort Gaisbeuren zur Ortschaft Reute-Gaisbeuren zusammen.

 
 
Reute im Blickfeld von der Eis- zur Jetztzeit
zusammengestellt von Werner Stehle
Entstehung der Landschaft

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Unser Voralpenland war vor 140 – 70 Millionen Jahren ein Meeresbecken, ein Randmeer, in dem Haifische schwammen (Haifischzähne in einer Sandgrube bei Hohentengen), und in das der Abtragungsschutt der werdenden Alpen abgelagert wurde. Unter Reute ist er bis 2.000 m mächtig. Dies haben Bohrungen auf dem Gebiet von Gaisbeuren... weiter lesen (pdf)


Steinzeitbauern in Reute
Hausten vor 15.000 Jahren die Rentierjäger an der Schussenquelle in einer Landschaft, die der nordsibirischen Tundra glich, so führen auf der Gemarkung Reute die Spuren einer ersten Besiedlung bis etwa 2.200 v. Chr. zurück. 1934 stieß man im Schorrenried, 300 m nördlich des Dorfes, unmittelbar rechts der Straße nach Untermöllenbronn... weiter lesen (pdf)


Der Dorfgründer Luitbrath und der „Ritter von Rüthi“ mit einer Burg am Tobelrand
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