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Geschichte von Gaisbeuren

Gaisbeuren ist nachweislich einer der ältesten Orte. Bereits 680 wird der Ort urkundlich erwähnt. Nach ihr schenkt ein gewisser Aloin dem Kloster Gallen 4 Huben zu Gundlisesburia (Gaisbeuren). Der Ort entstand an der Römerstraße, die über Lindau, Ravensburg und Biberach zum Donaukastell Rißtissen führte, in weitem Moor- und Sumpfgebiet. Die Straße war der einzige befestigte Weg in weitem Umkreis.

Durch die Lage an der einzigen Nord-Süd-Straße ("Straße in die Schweiz") hatte Gaisbeuren in vielen Kriegen einiges zu erdulden. So schlug 1165 Pfalzgraf Hugo von Tübingen, Herzog Welf VI. bei Gaisbeuren. 1525 zogen im Bauernkrieg die Haufen des Illertals, die Waldburgischen und Klosteruntertanen von Ochsenhausen und Schussenried durch den Ort. Sie belagerten Waldsee und Wolfegg, plünderten Schussenried aus, verbrannten das Truchseßische Schloß Linden, bis Truchseß Georg von Waldburg zuerst bei Essendorf, dann bei Gaisbeuren ihre Vorhaufen schlug. In der Folge ging auch Gaisbeuren in Flammen auf. In weiteren Kriegen war der Ort Schauplatz von Plünderungen.

Doch Gaisbeuren profitierte auch von der Straße. 1481 wird das heutige Gasthaus Adler urkundlich als "Taffern" erwähnt. Gasthaus, Brauerei, Bäckerei, Ortsmetzgerei, Zollstation von Waldsee und eine ähnliche Form eines Rathauses waren dort untergebracht. Früh gab es in Gaisbeuren auch einen Hufschmied sowie eine Käserei.

Der weitläufige Ort bestand überwiegend aus Bauernhöfen. Was zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich war. Auf den fruchtbaren Böden wurde bis in das 19. Jahrhundert unter anderem Hopfen mit günstigem Erfolg angebaut. Grundherren von Gaisbeuren waren über lange Zeit das Kloster Baindt und das Stift Waldsee samt dem dortigen Spital, bis die Grundgüter im 19. Jahrhundert an den Staat fielen. Bemerkenswert ist, dass noch bis in das 17. Jahrhundert Liebhabertheater bestand. 1838 erfolgte der Bau eines Schulhauses, nach dem zuvor seit 1753 in einer Privatwohnung unterrichtet wurde.

Die in der historischen Ortsmitte stehende Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Eine der ältesten Pfarreien im Bistum. Der wuchtige Kirchturm, der wie ein ehemaliger Wehrturm aussieht, ist jüngeren Datums. Die ursprünglich romanische Kirche hat Fresken aus der Zeit der Gotik (um 1460) sowie eine wertvolle Altarplastik (um 1535), seit 2005 eine neue Orgel. In den Jahren 2013 bis 2014 wurde der Kirchturm saniert sowie ein neuer Glockenstuhl eingebaut, in dem jetzt eine dritte Glocke ist. Die erste Glocke von 1501 ist immer noch in Dienst. Der größte Teil der Maßnahme wurde aus dem Erbe Schnell finanziert. Die katholischen Einwohner waren bis 1812 zu Reute und dann zu Bad Waldsee, die evangelischen zu Bad Schussenried eingepfarrt.

Von 1331 bis 1806 gehörte Gaisbeuren zu Österreich, bis in das 19. Jahrhundert war es Ortsteil von Bergatreute. 1847 wurde der Ort trotz Proteste von Bergatreuter Bürgern von Bergatreute abgetrennt und in das Oberamt Waldsee als eigenständige Gemeinde eingegliedert. 1938 kam die Gemeinde mit der Kreisreform und Auflösung des Kreises Waldsee zum Landkreis Ravensburg. Mit dem Einzug der Industrialisierung wurden von 1946-1976 öffentliche Anlagen und die Infrastruktur ausgebaut. Unter anderem entstanden Gemeinschaftsgefrieranlagen, die Wasserversorgung wurde aufgebaut. 1969 entstand das Gewerbegebiet und die B 30 wurde durch die Orte Gaisbeuren und Enzisreute ausgebaut. Ortsumfahrungen entstanden jedoch nicht. In der Gemeinde gab es einen Ortspolizisten, eine Ortsgefängniszelle, ein Postamt, eine Bäcker- und Käserei.

Während das Gewerbegebiet bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts wuchs, ging die Landwirtschaft ihrem Ende zu: Waren es 1960 noch 94 Höfe, so bestanden 1997 nur noch wenige. 1973 gab die Gemeinde ihre Selbstständigkeit auf und wurde zu Bad Waldsee eingemeindet. 2014 schloss sich Gaisbeuren mit dem Nachbarort Reute zur Ortschaft Reute-Gaisbeuren zusammen. Heute ist Gaisbeuren in erster Linie ein Wohn- und Gewerbestandort.

 

Chronologie von Gaisbeuren

680

Erste urkundliche Erwähnung als Gundlisesburia.

1100-1199

Bau der St. Leonhardskirche im 12. Jahrhundert.

1165

Schlacht von Pfalzgraf Hugo von Tübingen mit Herzog Welf VI. vor Gaisbeuren.

1331

Gaisbeuren wird bis 1806 österreichisch.

1481

Das Gasthaus Adler wird erstmals urkundlich erwähnt.

1525

Truchseß Georg von Waldburg schlägt im Bauernkrieg bei Gaisbeuren die Vorhaufen des Illertals, die Waldburgischen und Klosteruntertanen von Ochsenhausen und Schussenried. Gaisbeuren geht in Flammen auf.

1618-1648

Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg.

1629

Ausbruch von Seuchen.

1753

Der Schulbetrieb wird aufgenommen. Da es zunächst kein Schulgebäude gibt, werden die Kinder in einer Privatwohnung unterrichtet.

1838

Bau eines Schulhauses.

1847

Abtrennung von Bergatreute, Eingliederung in das Oberamt Waldsee und Bildung der eigenständigen Gemeinde Gaisbeuren.

1898

Umbau des Rathauses.

1900-1931

Bau einer Wasserleitung und Ausbau der Feuerwehr.

1932

Erweiterung der Schule.

1938

Mit der Kreisreform wird die Gemeinde in den Landkreis Ravensburg eingegliedert.

1945

Gaisbeuren wird im zweiten Weltkrieg kampflos von den Franzosen eingenommen.

1946

Beginn des Baus öffentlicher Anlagen.

1955-1958

Einrichtung von Gemeinschaftsgefrieranlangen.

1954-1957

Flurbereinigung in Gaisbeuren

1958

Die Gemeinde beantragt die Festlegung einer Trasse für die Ortsumgehungen der Orte Gaisbeuren und Enzisreute. Der Antrag wird abgelehnt. Begründung: Hier werde niemals eine neue Straße gebraucht.

1960

Bau der Trinkwasserversorgung und Gründung der "Oberen Schussentalgruppe."

1964-1965

Gründung des Gewerbegebiets. Erster Betrieb ist die Spedition Kanzler.

1966

Verlegung der nahe an der B 30 liegenden Hauptschule in den Nachbarort Reute. In den frei gewordenen Räumen wird das Rathaus untergebracht.

1973

Mit der Gemeindereform wird Gaisbeuren zur Stadt Bad Waldsee eingemeindet.

1974-1976

Ausbau der B 30 durch Gaisbeuren und Enzisreute nach dem Modell der "autogerechten Stadt".

Alle Klassen der nahe an der B 30 liegenden Grundschule Gaisbeuren werden, bis auf die zweiten Klassen, nach Reute verlegt.

1990

Das Gewerbegebiet wird erweitert.

1997/1999

Das Gewerbegebiet wird 1997 und 1999 erneut erweitert.

2003/2004

Eröffnung des Dorfgemeinschaftshauses, der neuen Ortschaftsverwaltung und des neuen Kindergartens in der St.-Leonhard-Straße.

2006

Die letzte Klasse wird in der Schule Gaisbeuren unterrichtet.

2008

Die nahe an der B 30 liegende Schule wird abgebrochen.

2014

Gaisbeuren schließt sich mit dem Nachbarort Reute zur Ortschaft Reute-Gaisbeuren zusammen.

 

Bürgermeister und Ortsvorsteher von Gaisbeuren

1847-1873  Johannes Maucher
1873-1887  Aurelius Denzel
1887-1917  Anton Maucher
1917-1954  Dominikus Allgäuer
1954-1980  Oskar Stollsteiner
1980-2013  Franz Bendel
2013-2014  Achim Strobel

 

Kriege

Mit den langen Fehden der Welfen hatte auch Gaisbeuren viel zu erdulden, vor allem, da es an der Hauptstraße in die Schweiz lag. Bereits im Jahr 1027 wurde der Oberamtsbezirk Waldsee von König Konrad verwüstet, 1131 von Herzog Friedrich von Schwaben verheert. Als 1165 Pfalzgraf Hugo von Tübingen an den Bodensee vordrang, schlug er den Herzog Welf VI. bei Gaisbeuren. Im Bauernkrieg von 1524-1526 ging Gaisbeuren in Flammen auf. 1525 zogen die Haufen des Illertals, die Waldburgischen und Klosteruntertanen von Ochsenhausen und Schussenried durch den Ort. Sie belagerten Waldsee und Wolfegg, plünderten Schussenried aus, verbrannten das Truchseßische Schloß Linden, bis Truchseß Georg von Waldburg zuerst bei Essendorf, dann bei Gaisbeuren ihre Vorhaufen schlug. Auch während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) war das Oberamt Waldsee erneut trauriger Schauplatz der Verheerungen. Im Gefolge des Krieges gingen Teuerung, Hungersnot und pestartige Seuchen Hand in Hand, die schon im Jahr 1629 anfingen zu wüten und die Einwohner dahinrafften. In dem spanischen Successionskriegen wurde das Oberamt in den Jahren 1702 und 1703 von den bayrischen und französischen Truppen heimgesucht. Schließlich wurde Gaisbeuren, nach den Verlusten im ersten Weltkrieg, im zweiten Weltkrieg 1945 kampflos von den Franzosen eingenommen.

 

St. Leonhard Kirche

Die in der historischen Ortsmitte stehende Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Eine der ältesten Pfarreien im Bistum. Der wuchtige Kirchturm, der wie ein ehemaliger Wehrturm aussieht, ist jüngeren Datums. Die ursprünglich romanische Kirche hat Fresken aus der Zeit der Gotik (um 1460) sowie eine wertvolle Altarplastik (um 1535), seit 2005 eine neue Orgel. In den Jahren 2013 bis 2014 wurde der Kirchturm saniert sowie ein neuer Glockenstuhl eingebaut, in dem jetzt eine dritte Glocke ist. Die erste Glocke von 1501 ist immer noch in Dienst. Der größte Teil der Maßnahme wurde aus dem Erbe Schnell finanziert.
 
Sehenswürdigkeit St. Leonhardskirche

 

Schule Gaisbeuren

1753 begann Mesner Rupert Butscher, der Landwirt, Wagner und Lehrer war, in seiner Wohnstube zu unterrichten. 1836 wurde in einem Gesetz geregelt, wie viel Quadratmeter Platz jedes Kind zu beanspruchen hat und welches Schulinventar zu beschaffen ist. Am 28. Januar 1838 versammelte sich die Schulbehörde und beschloss den Bau eines Schulhauses in Gaisbeuren, hinter der Kirche. Die Schule zählte 57 Kinder. Da man mit einem weiteren Zuwachs der Schulgemeinde rechnete, folgte der Bau eines Schulsaals für 90 bis 100 Kinder und einer Lehrerwohnung. Die Kosten waren mit 4.000 Gulden veranschlagt. Da das Geld rar war, gab es langwierige Auseinandersetzungen über die Finanzierung. Sogar die königliche Kreisregion in Ulm wurde vergeblich um Hilfe angerufen. Alle Bürger mussten eine persönliche Schuld auf sich nehmen. 1838 wurde schließlich mit dem Bau begonnen. 1875 zählte man in Gaisbeuren bereits 79 Schüler. Der eine Schulsaal wurde zu klein und die Gemeinde musste an einen zweiten Lehrer denken. Die Oberschulbehörde drängte auf den Bau eines größeren Schulhauses. 1895 erhielt die Gemeinde den dringenden Auftrag zu bauen. Doch da nahm die Schülerzahl wieder ab und der Rathausumbau 1898, die Wasserleitung, der Ausbau der Feuerwehr, der Erste Weltkrieg und andere Probleme drängten den Schulhausbau immer wieder zurück. 1932 wurde der schon lange gehegte Plan in die Tat umgesetzt. Erneut konnte man von "Adler"-Wirt Stützle ein Grundstück ankaufen. Das neue Schulgebäude hatte zwei Schulsäle. Am 1. April 1933 wurde die Schule von zwei Lehrkräften zweiklassig geführt. 1968 folgten auf Grund gestiegener Schülerzahlen (92 Kinder) der Bau neuer WC-Anlagen sowie ein Ausweichraum mit Pausenhalle. Man strebte auch eine Drei-Klassen Schule an, was aufgrund der Schulreform jedoch nicht mehr zustande kam. Die Lehrerwohnung im Obergeschoss wurde zuletzt von Lehrer und Rektor Richard Beyerle bewohnt. Als die neue Schule in Reute 1966 eingeweiht wurde, verlagerte die Gemeinde den Hauptschulbetrieb von Gaisbeuren in den Nachbarort. Die Grundschule wurde noch bis 1975 am Ort beibehalten und da es in Reute räumlich eng wurde, erhielten die Zweitklässler bis 2006 in Gaisbeuren ein Ausweichquartier. Der durch die Verlagerung der Hauptschule nach Reute 1966 frei gewordene Saal und die Lehrerwohnung dienten jahrelang als Ersatz für das alte Rathaus, das im Zuge des Ausbaus der B 30 abgebrochen worden war. Ende 2008 wurde die inzwischen leerstehende Schule abgebrochen.

 

Gewerbegebiet Gaisbeuren

Das Gewerbegebiet Gaisbeuren entstand 1964-1965. Der erste Betrieb war die Spedition Kanzler. Das Gewerbegebiet wuchs kontinuierlich und erfreute sich in den 90er Jahren so großer Beliebtheit, dass es 1990, 1997 und 1999 erweitert wurde.

 

Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe

Zu seiner besten Zeit war Gaisbeuren ein weitläufiges Bauerndorf. Mit der Industrialisierung in den 1960er Jahren ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe erheblich zurück. Heute sind nur noch wenige Betriebe ansässig.

1960     94 Höfe
1971     74 Höfe

 

Straße in die Schweiz

Gaisbeuren entstand an der Römerstraße, die von Lindau über Ravensburg und Biberach nach Rißtissen führt. Sie war die einzige befestige Nord-Süd-Verbindung in weiterem Umkreis in einem überwiegenden Moor- und Sumpfgebiet. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die große Ravensburger Handelsgesellschaft zur größten deutschen Handelsgesellschaft. Durch regen Handel mit Italien, Spanien, Frankreich, Holland, Polen und Ungarn gewann die Straße erheblich an Bedeutung. In den folgenden Jahren entwickelt sie sich zur bedeutendsten Hauptachse im heutigen Südosten von Baden-Württemberg. Sie war die Hauptstraße in die Schweiz. Die Straße war zugleich Staats- und Poststraße, auf der neben der Obrigkeit auch Eilwagen verkehrten. Gaisbeuren profitierte von den Durchreisenden und bot unter anderem Unterkünfte, Einkehrmöglichkeiten und weitere Dienstleitungen, wie einen Hufschmied. Gleichzeitig erleichterte die Straße den ansässigen Bauern den Transport von Waren zu den Märkten nach Waldsee, Biberach und Ravensburg und führte zu Wohlstand. In den folgenden Jahren wurden aufgrund der damals schon hohen Verkehrsbelastung zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung unternommen. Mit dem 2-gleisigen Ausbau der Südbahn um 1900 verlor die Straße allerdings an Bedeutung. 1926 wurde die Staatsstraße 49 mit der Zunahme der Kraftwagen in das Kraftwagenstraßenprogramm in die erste Kategorie aufgenommen. Geplant war eine leistungsfähige Hauptverkehrsachse von Würzburg über Ulm/Donau, Biberach/Riß, Ravensburg und Lindau zur österreichischen Grenze. Von dort war einer Weiterführung über den Splügenpass nach Italien vorgesehen. Pläne für die heutigen Autobahnen A7 und A96 gab es noch nicht. Im Zuge des Straßenneuregelungsgesetzes ging die Staatsstraße 49 im Jahr 1934 in die Baulast des Reiches über und wurde mit der Nummer 30, als "Reichsstraße 30" bezeichnet. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ging die Reichsstraße 30 von der Baulast des zerschlagenen und geteilten Reiches, in die der Bundesrepublik über und wurde mit "Bundesstraße 30" neu bezeichnet.

Bereits um 1958 zeigte Gaisbeurens damaliger Bürgermeister Oskar Stollsteiner Weitblick und beantragte beim zuständigen Straßenbauamt die Festlegung einer Trasse für Ortsumgehungen für die Orte Gaisbeuren und Enzisreute. Die Straßenbauverwaltung lehnte allerdings die Bitte ab. In den 1960er Jahren wurden motorisierte Kraftfahrzeuge für eine breite Bevölkerungsschicht erschwinglich, was zu einem ungebremsten sprunghaften Anstieg des Verkehrsaufkommens führte. Ab diesem Zeitpunkt trat eine entscheidende Wende im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung ein, viele Straßen im Bundesgebiet waren plötzlich überlastet und mussten dringend ausgebaut werden. Auch auf der B 30 stieg der Verkehr von Jahr zu Jahr erheblich, so dass auch das Straßenbauamt nun einen Bedarf für Ortsumfahrungen erkannte.  Doch zunächst wurden von 1974-1976 die Ortsdurchfahrten ausgebaut.

Zwischenzeitlich erfolgte 1969 die Linienbestimmung einer neuen autobahnähnlichen Straßenverbindung von Günzburg über Ulm/Neu-Ulm, Biberach/Riß, Bad Waldsee, Gaisbeuren, Enzisreute, und Ravensburg nach Friedrichshafen durch Bundesverkehrsminister Georg Leber. Dies ließ wieder auf den Bau der Ortsumgehungen hoffen. 1976 war die neue Verbindung als Bundesautobahn  89 bei Biberach, später dann bei Ulm im Bau. Die A 89 wurde mit dem Bundesverkehrswegeplan 1980 jedoch aufgegeben. Die Planungen wurden als "Bundesstraße 30" fortgeführt, jedoch von Biberach bis Baindt alle Ortsumgehungen gestrichen. Noch bis 2003 war lediglich die Anlage einer zweiten Fahrbahn an die bestehende Fahrbahn auf der bestehenden Trasse vorgesehen. Gaisbeuren und Enzisreute sollten durchfahren werden. Seit 2003 sind wieder Umgehungen vorgesehen. Diese Pläne erhielten jedoch im Bedarfsplan 2004 für die Bundesfernstraßen die geringste Priorität, sodass keine Planung erfolgte.

Nach dem Neubau der B 30 vom Egelsee, nördlich von Baindt, bis Niederbiegen kam es vom Jahr 2000 auf das Jahr 2005 erneut zu einem erheblicheren Anstieg des Verkehrsaufkommens in Gaisbeuren und Enzisreute. Erstmals wurde die Marke von 20.000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden erreicht. 2010 wurden bereits 22.700 Kraftfahrzeuge an Werktagen gezählt. 2015 waren es schon bis zu 23.700, davon rund 3.200 Lkw. 2016 erfolgte die Einstufung des Projekts "B 030 Enzisreute-Gaisbeuren" in den Bundesverkehrswegeplan 2030 und Bedarfsplan 2016 für die Bundesfernstraßen in den Vordringlichen Bedarf - der höchsten Dringlichkeit. Ziel des Bundes ist, dass die Maßnahme bis 2030 fertiggestellt ist oder bis dahin mit dem Bau begonnen wurde. Das Land kündigte 2018 dagegen an, die Planung erst in der zweiten Jahreshälfte 2022 aufzunehmen.