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Wohnen im Alter

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Reute-Gaisbeuren


Ergebnis der Fragebogenaktion

Fazit: Reute – Gaisbeuren können stolz sein!

Am 19. September traf sich der mit den Planungen für das Projekt „ LEBEN UND WOHNEN IM ALTER IN REUTE – GAISBEUREN“ beauftragte „RUNDE TISCH“ im Katholischen Gemeindehaus in Reute, um sich über die Ergebnisse der im Juli 2012 durchgeführten Fragebogenaktion zu informieren und die nächsten Schritte zu beraten. Anhand einer EDV-gestützten Auswertung und anschaulicher Grafiken konnten die Ergebnisse der Befragung dargestellt werden.

Von den an die 1750 Haushalte verteilten Fragebögen wurden 258 ausgefüllt und zurückgegeben; das entspricht insgesamt 15%. Während die jüngsten Altersgruppen sich wenig bis kaum beteiligt haben, war der Anteil der 41-60-Jährigen mäßig, der der 61-75-Jährigen gut (133 = 20% am Gesamtanteil dieser Altersgruppe), wohingegen die Beteiligung der über 75- Jährigen wieder geringer (65 = 14,5%) ausfiel.

Sehr erfreulich ist, dass der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung in Reute und Gaisbeuren mit seiner Wohnsituation zufrieden ist. Bemängelt werden in erster Linie die hohe Verkehrsbelastung, mangelnde Einkaufsmöglichkeiten, das Fehlen einer Apotheke und eine unbefriedigende Verkehrsanbindung, insbesondere abends, am Wochenende und in den kleineren Teilorten.

Wie zu erwarten, möchten ca. ¾ der Antwortenden wenn irgend möglich, ihren Lebensabend in der eigenen Wohnung bleiben. Immerhin können sich 133 der Befragten auch einen Umzug in Betreutes Wohnen – wenn auch die allermeisten erst später – oder eine andere Wohnform (Mehrgenerationenhaus o.a.) vorstellen. Bei der Frage, was für ein Wohnen im Alter als sehr wichtig eingestuft wird, wurden sehr oft Zentrale Wohnlage, Koordinations-/Anlaufstelle, Notruf, barrierefreies Wohnen, Begegnungsmöglichkeiten, Essen auf Rädern, Teilhabe am Gemeindeleben, „eine Person, die nach mir schaut“ genannt.

Wohnen im Alter - Auswertung Fragebogen 2012

Auch kulturelle Veranstaltungen, Beratung im Alltag, Gemeinschaftsräume für Feste und Nachtbetreuung werden als wichtig empfunden. Bei der Bewertung der bisherigen Angebote ergab sich wiederum eine hohe Zufriedenheit (183 Nennungen), unzufrieden äußerten sich 22, keine Angaben machten 76 Personen. Als Gründe für Unzufriedenheit wurden unzureichendes Angebot und mangelnde Information über die bisherigen Angebote am häufigsten genannt. Unter Anregungen und Wünschen finden sich wie bereits erwähnt: Apotheke, bessere Einkaufsmöglichkeiten, aber auch mehr Veranstaltungen kultureller Art, Bürgerbüro, VHSAngebote in Reute und Gaisbeuren, Fahrdienst, Gründung von Arbeitskreisen, Einrichtung eines Raumes für zwanglose Treffen und Gesprächskreise u.a.m.

Ein hervorragendes Zeugnis der Solidarität in unseren Ortschaften ergibt sich aus der Beantwortung der Frage nach der Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren: 150 Ja-Antworten (ca. 50 anonym) sind eine Zahl, die erfreulich ist. Gefragt war nach organisierter Nachbarschaftshilfe, Besuchsdienst, Fahrdienst, Helfen bei Veranstaltungen, Besorgungen, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Gartenarbeiten, Schriftverkehr mit Behörden u.a.m. Auch nicht abgefragte Tätigkeiten werden in großer Zahl angeboten. Insgesamt wurden durch Mehrfachnennungen 600 einzelne Angebote ehrenamtlicher Tätigkeit gemacht, was pro Person durchschnittlich 4 verschiedene Tätigkeitsangebote bedeutet. Eine Vergütung wird eher selten gewünscht; die Bereitschaft bei Bedarf in einen Trägerverein einzutreten, ist mehrheitlich vorhanden.

Als Fazit der Fragebogenaktion kann festgestellt werden, dass sie bei vielleicht etwas enttäuschendem Rücklauf sehr gute Anregungen und den Beweis von Handlungsbedarf gezeigt hat, aber insbesondere einen hohen Grad an bürgerlichem Gemeinsinn und Solidarität erkennen lässt. Darauf dürfen wir sehr stolz sein!

Dies jetzt gut organisiert umzusetzen, alle mitzunehmen und niemanden zu verlieren wird nun die schwierige Aufgabe der nächsten Zeit sein. Es wird insbesondere wichtig sein, die ehrenamtlichen Tätigkeiten an Mann/Frau zu bringen, zu motivieren Hilfe anzunehmen, was oft schwerer fällt als selbst zu helfen.

Jeder sollte ein waches Auge auf seine nächste Umgebung, seine Nachbarn hinsichtlich Hilfsbedürftigkeit und Einsamkeit haben. In den nächsten Wochen werden wir mit allen Personen, die sich für ein Ehrenamt bereit erklärt haben, Kontakt aufnehmen. Wir hoffen, dass auch die bis jetzt anonymen Anbieter sich für die geplanten Informationstreffen melden. Die Gespräche mit dem Kloster Reute in Person von Generaloberin Sr. Paulin Link hinsichtlich Kooperation sind auf einem sehr guten Weg; ebenso die Gespräche mit der Sozialstation Gute Beth und dem Stadtseniorenrat, der jetzt schon hilfreich zur Seite steht. Weitere Kooperationen sind geplant.

Bezüglich einer eventuell neuen Trägerschaft anstelle des Krankenpflegevereins „SOLIDARISCHE GEMEINDE“ Reute–Gaisbeuren unter dem Dach der katholischen Kirchengemeinde überwiegt beim „RUNDEN TISCH“ derzeit der Wunsch, dass die bisherige Struktur solange wie möglich und sinnvoll weiter erhalten werden soll.

Dringend notwendig für den Erfolg des Projektes sind ein Raum für die Anlaufstelle - 2 kompetente Frauen für deren Besetzung stehen schon bereit - und ein Raum für Begegnungen und die oben erwähnten Aktivitäten. Bei Zuteilung dieser Räumlichkeiten könnten wir sofort starten.

Ein diesbezüglicher Antrag an die Stadtverwaltung wurde von allen Anwesenden unterschrieben und an Herrn Bürgermeister Weinschenk weitergeleitet. Herr Weinschenk wird auf Dienstag, den 13. November 2012 zu einer Bürgerinformationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren mit einladen. Dort sollen den Bürgern die Ergebnisse der Fragebogenaktion im Einzelnen vorgestellt, über das bisher Erreichte und Versuchte berichtet und beraten werden, wie die Verbesserungsvorschläge und Wünsche wenigstens in Teilen umgesetzt werden können. Kompetente Ansprechpartner werden dann Rede und Antwort stehen.

Dr. Konstantin Eisele